5 Tipps, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden

Warum sollten wir Lebensmittelverschwendung vermeiden?

Laut Welthungerhilfe stirbt alle zehn Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger [1]. Im Gegensatz dazu landen in Deutschland jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll [2]. Alleine aus moralischer Sicht sollten wir also dafür sorgen, dass wir mit unseren Lebensmitteln achtsam(er) umgehen. Es gibt aber auch andere Gründe, warum wir Lebensmittelverschwendung vermeiden sollten. Lebensmittel im Müll bedeuten nicht nur, dass ein Nahrungsmittel wegfällt, sondern indirekt landen auch die für die Produktion der Lebensmittel eingesetzten Ressourcen in der Tonne, d.h. Wasser, Dünger, Energie usw. Es ist also in doppelter Hinsicht eine Verschwendung von Ressourcen.

Für die Haushalte ist eine Reduzierung oder Vermeidung von Lebensmitteln im Müll aus finanzieller Sicht erstrebenswert. Jedes Produkt, dass gekauft, aber nicht konsumiert wird, kostet Geld.

In den Medien wird aktuell viel über die Supermärkte und ihren Umgang mit Lebensmittelverschwendung diskutiert. Interessant ist aber, dass in Deutschland 61% der Lebensmittelabfälle in den Haushalten entstehen [3]. Damit sind sie die größte Gruppe, die Lebensmittelabfälle produziert, im Vergleich zum Großverbraucher (17%), der Industrie (17%) oder dem Handel (5%) [4]. Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir diese Lebensmittelverschwendung reduzieren oder sogar vermeiden können. Im folgenden Artikel erkläre ich, wie auch du dabei helfen kannst, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Du kannst Lebensmittelverschwendung reduzieren, indem du auf die folgenden Punkte achtest:

 

1. Mindesthaltbarkeitsdatum vs. Verbrauchsdatum

Bei vielen Menschen wandern Lebensmittel, die über ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen, direkt in den Müll. Was viele nicht wissen: das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es ist lediglich eine Herstellergarantie für die Produktqualität, dazu zählt beispielsweise auch Farbe und Konsistenz [5]. Das bedeutet, dass das Produkt auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch essbar sein kann. (Dies gilt bei einer noch verschlossenen Verpackung und einer durchgängig richtigen Lagerung.)

Wie kannst du nun herausfinden, ob ein Produkt noch „in Ordnung“ ist? Stiftung Warentest [6] und auch das Umweltbundesamt [7] empfehlen beim Mindesthaltbarkeitsdatum seine Sinne zur Hilfe zu nehmen. Riecht es noch gut, sieht es noch gut aus oder hat sich vielleicht Schimmel gebildet? Wie schmeckt es? Entscheide selber, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist.

Lebensmittelverschwendung vermeiden

Im Gegensatz dazu sollte man das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis…“) unbedingt beachten und dringend einhalten. Das Verbrauchsdatum wird für empfindliche Lebensmittel, wie Fisch oder Fleisch genutzt. Ist das Verbrauchsdatum bereits abgelaufen, entsorge dieses Lebensmittel.

 

2. Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittel kannst du unterschiedlich lagern. Da ist der Kühlschrank, die Gefriertruhe und natürlich der Keller. Was aber kommt wohin? Mit der richtigen Lagerung deiner Lebensmittel kannst du Lebensmittelverschwendung im Haushalt reduzieren.

Unser Kühlschrank beispielsweise hat verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Temperaturen, und dementsprechend ist es auch sinnvoll, die verschiedenen Lebensmittel an den optimal temperierten Orten aufzubewahren. Dadurch erhöht man die Haltbarkeit und reduziert Müll durch falsche Lagerung.

 

Du willst wissen, wie genau du Obst und Gemüse im Kühlschrank lagern solltest, um sie so lange wie möglich frisch zu halten? Dann komm in den PS.Club, dort bekommst du dieses Wissen und noch viel mehr an die Hand, um mehr Nachhaltigkeit in deinen Alltag zu bringen. Hier geht es lang!

 

3. Lebensmittelreste wieder in den Kreislauf einbinden

Um eines vorweg zu nehmen, Lebensmittelreste, die gar nicht erst entstehen sind am besten für Mensch und Umwelt. Am häufigsten landen Obst und Gemüse im Müll [8]. Beides eignet sich (unverarbeitet) sehr gut für den Kompost. Dort wird es zu Humus und kann dann weiter im Garten als Dünger genutzt werden. Wenn du keinen Kompost besitzt, dann entsorge das Obst und Gemüse fachgerecht. Das bedeutet, dass du die kleinen Obstkleber und eventuelle Gummibänder abmachst, bevor du das Obst und Gemüse entsorgst.

Eine fachgerechte Entsorgung von Lebensmittelresten bedeutet auch, dass die Reste nicht in der Toilette hinuntergespült werden! Das lockt Ratten an und erschwert die Reinigung in den Kläranlagen.

 

4. Lebensmittelverschwendung fängt schon mit dem Einkauf an

Zero Waste bei Lebensmitteln beginnt schon beim Einkauf. Überlege genau, was du brauchst und wieviel du wirklich benötigst. Schreibe eine Einkaufsliste, überlege dir Essenspläne und lege ein übersichtliches Lebensmittellager an. All das kann helfen, deine Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Achtung bei Großpackungen, oftmals landet ein Teil der Ware dann doch im Müll, weil zu viel eingekauft wurde. Damit hebt sich der günstige Preis wieder auf. Denke zum Beispiel an einen Sack Zwiebeln, wann hast du diesen das letzte Mal ganz ohne „Verluste“ verkocht?

 

5. Rezepte zur Resteverwertung

Was kannst du tun, wenn doch einmal etwas übrig bleibt? Wie genau findest du jetzt Rezepte, zu genau den Zutaten, die du verwerten möchtest? Was macht man beispielsweise mit Brokkoli und Kichererbsen? Die Lösung ist einfach und vielfältig. Mittlerweile gibt es verschiedene Portale, die dir dabei helfen, genau dieses Problem zu lösen. Es gibt zwei Plattformen, die Rezepte für dich finden, mit denen du deine Reste verwerten kannst und die ich dir empfehlen möchte:

  1. Chefkoch

  2.  Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - Zugutfuerdietonne.de

 

Du hast viele verschiedene Möglichkeiten, deine Lebensmittelreste zu reduzieren. Wichtig ist anzufangen und den ersten Schritt zu tun. Viel Erfolg dabei!

Lisa-Britt

[1] Welthungerhilfe: https://www.welthungerhilfe.de/hunger/?wc=17GOFM2000&gclid=Cj0KCQjwkK_qBRD8ARIsAOteukCxLlqhnkV7vw-PJuIxVCtuC66MOKDivWYd0Fd3VBYowRUBJ9b9DXoaAmc8EALw_wcB (16.8.19)

[2] Bundeszentrum für Ernährung: https://www.bzfe.de/inhalt/lebensmittelverschwendung-1868.html (16.8.19)

[3] Universität Stuttgart, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft: “Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland”, Stuttgart, 2012

[4] Ebenda

[5] Die Zeit: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-03/lebensmittel-muell-mindesthaltbarkeitsdatum (16.8.19)

[6] Stiftung Warentest: https://www.test.de/Mindesthaltbarkeitsdatum-auf-Lebensmitteln-Datum-in-der-Diskussion-4294404-4294417/ (16.8.19)

[7] Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/essensreste-lebensmittelabfaelle#textpart-2 (16.8.19)

[8] Universität Stuttgart, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft: “Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland”, Stuttgart, 2012